Lexikon

 

Folgend werde ich Ihnen nach und nach ein kleines Lexikon zusammenstellen, welches die wichtigsten Definitionen zu einzelnen Begrifflichkeiten meiner Website bzw. zu obligaten Schlagworten rund um die Tierpsychologie beinhaltet.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihrer persönlichen kleinen Weiterbildung!

 

 

 

 


 

Anamnesebogen

Ein Anamnesebogen ist ein gedrucktes oder digitalisiertes Formular, mit welchem die gesundheitliche Vorgeschichte (Anamnese) eines Patienten systematisch erfasst wird. Entsprechender Dokumentationsbogen wird seitens Tierpsychologen eingesetzt, um für die Analyse von Verhaltensauffälligkeiten eines Tieres alle dafür erheblichen Informationen gebündelt zu erhalten.

Anamnesebögen können inhaltlich und formal sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Für Tierpsychologen sind vor allem Grunddaten über Tier, Umfeld, evtl. (frühere) Erkrankungen, Medikationen, Ernährung, Beschäftigung u.v.m. relevant. Vor allem wird auch erfasst, wo, wann, zu welcher Zeit in welcher Form welche Verhaltensauffälligkeit gezeigt wird.

Der Anamnesebogen wird seitens des Kundens selbst, der entsprechend notwendige Informationen am ehesten liefern kann (Bezugsperson des Tieres), ausgefüllt. Möglich ist auch das Ausfüllen im Rahmen eines Interviews zwischen Kunden und Tierpsychologen. Diese Variante hat sich als vorteilhaft erwiesen, da in einem gemeinsamen Gespräch evtl. Missverständnisse oder Unklarheiten in den Fragestellungen eines Anamnesebogens direkt geklärt werden können, bzw. der Tierpsychologe Informationen des Kunden bei Notwendigkeit genauer hinterfragen kann.

Je detaillierterzuverlässiger und objektiver der Kunde die Daten/Informationen weitergibt, desto besser kann der Tierpsychologe die Situation des Tieres (und des Kunden) einschätzen und Hilfestellungen in Form von Therapie- und Trainingsmaßnahmen bieten. Das Beibehalten eines objektiven Blickwinkels gestaltet sich für den Kunden nicht selten als recht schwierig, da in der Wiedergabe entsprechender Informationen über sein Fellchen meist -verständlicher Weise- Emotionen mitschwingen.

Autoaggression

Hierbei handelt es sich um eine Form der Verhaltensstörung, bei der das Tier in akuten Phasen bzw. über einen längeren Zeitraum hinweg selbst verletzendes Verhalten zeigt.

Die Art und Weise der Verletzungen können dabei sehr unterschiedlich sein; angefangen vom Herausreißen des eigenen Fells, Wundputzen verschiedenster Körperregionen bis hin zum Aufbeißen der Pfoten oder blutig knabbern der eigenen Krallen u.v.m.

Dieses Verhalten kann unterschiedlichste Ursachen haben. Wichtig ist, auf autoaggressives Verhalten möglichst schnell zu reagieren, den Auslöser zu identifizieren und Therapiemaßnahmen einzuleiten. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto Erfolg versprechender ist diese und desto gravierendere Folgeschäden können vermieden werden.

Clickertraining

Clickertraining ist eine Methode, Tieren jegliches Verhalten anzutrainieren und mit ihnen zu kommunizieren. Es erfolgt auf dem Prinzip der positiven Verstärkung erwünschter Verhaltensweisen in Verbindung mit einem Belohnungssystem. Auf jede körperliche Einwirkung oder Korrektur wird im Training verzichtet.

Das Clickertraining beinhaltet ein "Markertraining". Dabei wird ein Klick“-Signal (bspw. mithilfe eines „Klick“-verursachenden kleinen Handgerätes, dem sog. „Clicker“ oder durch Zunge schnalzen) ausgeführt. Das Geräusch signalisiert dem Tier, dass es ein erwünschtes Verhalten gezeigt hat. Das Tier wird für dieses Verhalten mit einer hochwertigen Belohnung (meist ein für das Tier sehr schmackhaftes Futter) belohnt. So wird das Tier auf das entsprechende Klick-Geräusch hin konditioniert.

Das Clickertraining sollte -angepasst an die Individualität des jeweiligen Tieres- sehr kleinschrittig aufgebaut werden.

1. Schritt:

Das Tier muss den Clicker als Gegenstand und Geräusch kennenlernen und mit dem „Klick“ eine Belohnung verbinden.
Dieser Schritt wird dem Tier nähergebracht, indem der Ablauf "Click – Futter - Click - Futter, usw." Anwendung findet.

2. Schritt:

Nun muss dem Tier vertiefend das Belohnungsprinzip nähergebracht werden. So muss es verstehen, dass der "Klick" nur dann erfolgt und eine Belohnung ankündigt, nachdem das Tier erwünschtes Verhalten gezeigt hat. So besteht das Prinzip des Trainings darin, dass ein Tier lernt, ein Verhalten, welches lohnend ist zu zeigen, tatsächlich auch öfter zu zeigen. Es lernt also am Erfolg.
Entsprechend ist der Ablauf „erwünschtes Verhalten - Click – Belohnung“.

Aufgrund der präzisen Verhaltensbestätigung ist das Clickertraining -bei Einhaltung bestimmter Regelnsehr effektiv und vielfältig einsetzbar; angefangen von der Grunderziehung oder als hoch effektive Ausbildungsmethode, bis hin zum Trainieren von Hundesportarten oder Einüben von Kunststücken und Tricks.

Auch ist es ein wichtiger Baustein in der tierpsychologischen Arbeit; sei es im Rahmen von Spiel und Beschäftigung, in Verbindung mit Präventionsmaßnahmen von Verhaltensauffälligkeiten oder zur Therapie von Problemverhalten.

Es kann mit allen Tieren, die dazu körperlich und geistig in der Lage sind, geklickert werden. Das Training ist bereits erfolgreich bei Tieren jeglicher Größe und Spezies, egal ob wild oder domestiziert, jung oder alt angewandt worden. Beispiele sind: Hunde, Katzen, Seehunde, Delfine, Vögel, Ratten, Kaninchen u.v.m.

Pica-Syndrom

Hierbei handelt es sich um eine psychische Erkrankung aus der Gruppe der Essstörungen, bei der die betroffenen Tiere Dinge zu sich nehmen, die nicht dem Verzehr dienen und unverdaulich bzw. ungenießbar sind (bspw. Steine, Plastik, Textilien u.v.m.).

Pica ist eine noch weitgehend unerforschte Erkrankung. So sind auch die Ursachen dieses Verhaltens noch nicht eindeutig geklärt.

Da bei Katzen hauptsächlich orientalische Rassen wie Siam- und Burmakatzen von dieser Erkrankung betroffen sind, geht man von einer Vererbung dieser Zwangsstörung aus. Auch kommen Stress, Langeweile, Krankheiten oder Mangelerscheinungen in Betracht.